Die wichtigsten Druckerarten sind Tintenstrahl-, Tintentank-, Laser- und LED-Drucker. Dazu kommen Spezialisten: Fotodrucker mit Thermosublimation, Thermodrucker für Kassenbons und Etiketten, Nadeldrucker für Durchschläge und Großformatdrucker für Pläne. Multifunktionsgeräte sind keine eigene Drucktechnik, sondern Drucker mit Scanner und Kopierer. Welche Art passt, hängt davon ab, was und wie viel Sie drucken.
Welche Druckerarten gibt es?
Drucker lassen sich auf zwei Arten einteilen: nach der Drucktechnik, also wie die Farbe aufs Papier kommt, und nach der Bauform, also wofür ein Gerät gebaut ist.
- Drucktechniken: Tintenstrahl, Laser und LED (beide mit Toner), Thermodruck in den Varianten Thermodirekt, Thermotransfer und Thermosublimation sowie Nadeldruck.
- Bauformen: Multifunktionsgerät, Tintentankdrucker, Fotodrucker, Etikettendrucker, Großformatdrucker und mobiler Drucker. Jede Bauform nutzt eine der Drucktechniken.
3D-Drucker stellen Gegenstände her, statt Papier zu bedrucken. Sie sind deshalb nicht Teil dieses Überblicks.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Druckerarten
Die Tabelle zeigt jede Druckerart mit typischem Einsatz, Stärken und Schwächen. Konkrete Werte wie Geschwindigkeit oder Reichweite stehen im Datenblatt des jeweiligen Modells.
| Druckerart | Typischer Einsatz | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Tintenstrahldrucker | Zuhause und Büro, Fotos, farbige Dokumente | Fotos auf Fotopapier, oft randlos; bei vergleichbarer Ausstattung kompakter als ein Laserdrucker | Druckkopf kann eintrocknen; Reinigungen verbrauchen Tinte, auch wenn Sie nichts drucken |
| Tintentankdrucker | Regelmäßiger Druck, auch viel Farbe | Tinte aus Flaschen kann die Druckkosten gegenüber Patronen deutlich senken | Druckkopf kann wie bei jedem Tintenstrahldrucker eintrocknen |
| Laserdrucker | Büro, viel Text, Gelegenheitsdrucker | schnell; Text schärfer und meist licht- und wasserbeständiger als bei Tinte; Toner trocknet nicht ein | bei vergleichbarer Ausstattung teurer und sperriger; beim Fotodruck im Nachteil, nicht randlos; gibt beim Drucken winzige Partikel ab |
| LED-Drucker | wie Laserdrucker | Stärken des Tonerdrucks; Belichtung ohne bewegliche Teile | gleiche Grenzen wie der Laserdrucker |
| Multifunktionsgerät | Zuhause und Büro, wenn Sie auch scannen und kopieren | Drucken, Scannen, Kopieren und teils Faxen in einem Gerät | beim Drucken die Schwächen seiner Drucktechnik |
| Fotodrucker mit Thermosublimation | Fotos im Postkartenformat | kompakt; jedes Foto erhält eine Schutzschicht | druckt nur Fotos, nur mit dem passenden Set aus Farbtinte und Papier |
| Thermodrucker (Thermodirekt) | Kassenbons, Versandetiketten, Tickets | braucht weder Tinte noch Toner noch Farbband | nur wärmeempfindliches Spezialpapier; Ausdrucke können durch Hitze, Licht und Abrieb verblassen |
| Thermotransferdrucker | Haltbare Etiketten, etwa zur Produktkennzeichnung | mit passendem Material beständig gegen Hitze und Feuchtigkeit, nicht abreibbar | braucht ein Farbband als zusätzliches Verbrauchsmaterial |
| Nadeldrucker | Formulare mit Durchschlägen, Endlospapier | bedruckt mehrlagige Formulare samt Kopien | geringe Auflösung, hörbares Druckgeräusch, nicht für Fotos gedacht |
| Großformatdrucker (Plotter) | Pläne, technische Zeichnungen, Plakate | große Formate, Papier auch von der Rolle | braucht viel Platz |
Wie funktionieren die einzelnen Druckerarten?
Tintenstrahldrucker
Ein Druckkopf fährt seitlich über das Papier und setzt das Bild aus winzigen Tintentröpfchen zusammen. Alle Farbtöne entstehen laut Canon aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Für den Tropfenausstoß gibt es zwei Verfahren: Beim thermischen Verfahren erzeugt ein Heizelement eine Blase in der Tinte, die die Tinte aus der Düse drückt. Canon nennt sein Verfahren Bubble Jet. Beim Piezo-Verfahren verformt elektrische Spannung ein Piezo-Element, das die Tinte aus der Düse presst. Mehr dazu in den Beiträgen Epson-Druckkopf und HP PageWide, bei dem ein feststehender Druckkopf über die ganze Seitenbreite reicht. Geräte finden Sie in der Kategorie Tintenstrahldrucker.
Tintentankdrucker
Ein Tintentankdrucker ist ein Tintenstrahldrucker mit fest eingebauten Tanks, die Sie aus Tintenflaschen nachfüllen, statt Patronen zu wechseln. Laut Stiftung Warentest kann Tinte aus Flaschen die Druckkosten gegenüber Patronen deutlich senken. Tintentankdrucker gibt es zum Beispiel in den Serien Brother DCP-T, Canon PIXMA G, Epson EcoTank und HP Smart Tank.
Laser- und LED-Drucker
Laserdrucker arbeiten mit Tonerpulver. Ein Laserstrahl belichtet eine elektrisch geladene Bildtrommel, der Toner haftet an den belichteten Stellen, wird auf das Papier übertragen und mit Hitze und Druck fixiert. LED-Drucker arbeiten genauso, belichten die Trommel aber mit einer Leiste aus Leuchtdioden. Den Unterschied erklärt der Beitrag Unterschied zwischen Laser- und LED-Drucker, ob sich ein Laser zuhause lohnt, der Beitrag Laserdrucker im privaten Haushalt. Was Behörden zu den Partikeln sagen, die Laserdrucker abgeben, lesen Sie im Beitrag Feinstaubfilter für Drucker.
Multifunktionsdrucker
Ein Multifunktionsdrucker vereint Drucker, Scanner und Kopierer in einem Gerät, manche Modelle faxen zusätzlich. Es gibt sie mit Tintenstrahl- und mit Lasertechnik. Für mehrseitige Vorlagen ist ein automatischer Vorlageneinzug praktisch. Geräte finden Sie in der Kategorie Multifunktionsdrucker.
Fotodrucker
Fotodrucker gibt es in zwei Bauarten. Tintenstrahl-Fotodrucker arbeiten oft mit zusätzlichen Fotofarben und drucken je nach Modell bis A4, A3 oder A3+. Kompakte Thermosublimationsdrucker übertragen Gelb, Magenta und Cyan mit Hitze auf Spezialpapier und tragen eine Schutzschicht auf. Der Canon SELPHY CP1500 zum Beispiel druckt laut Canon im Postkartenformat von 100 × 148 mm mit 300 × 300 dpi und 256 Abstufungen pro Farbe. Mehr dazu im Beitrag Fotodrucker.
Thermodrucker und Etikettendrucker
Thermodrucker erzeugen das Bild mit einem beheizten Druckkopf. Beim Thermodirektdruck färbt sich wärmeempfindliches Papier unter dem Druckkopf dunkel, ganz ohne Tinte, Toner oder Farbband. Zebra nennt als Einsatz Kassenbons, Versandetiketten und Tickets, die Ausdrucke sind aber empfindlich gegenüber Hitze und Licht. Beim Thermotransferdruck schmilzt der Druckkopf Farbe von einem Farbband auf das Etikett. Das ergibt haltbare Etiketten, etwa zur Produktkennzeichnung. Auch tragbare A4-Drucker wie die Brother PocketJet-Geräte arbeiten mit Thermodirektdruck, mehr dazu im Beitrag Mobile Drucker für unterwegs. Material finden Sie in den Kategorien Thermopapier, Thermotransferrollen und Etikettendrucker.
Nadeldrucker
Nadeldrucker, auch Matrixdrucker genannt, drücken mit feinen Nadeln ein Farbband punktweise auf das Papier. Weil sie mit Anschlag arbeiten, bedrucken sie mehrlagige Formulare samt Durchschlägen: Der Epson LQ-690II mit 24 Nadeln verarbeitet laut Epson Formulare mit einem Original und sechs Kopien, dazu Einzelblätter und Endlospapier. Die Auflösung ist mit 360 × 180 dpi gering, das Betriebsgeräusch gibt Epson mit 59 dB(A) an. Farbbänder finden Sie in der Kategorie Farbbänder.
Großformatdrucker (Plotter)
Großformatdrucker, oft Plotter genannt, drucken Pläne, technische Zeichnungen und Plakate. Der HP DesignJet T230 zum Beispiel ist laut HP ein thermischer Tintenstrahldrucker für die Formate A4 bis A1 mit maximal 610 mm Medienbreite. Er verarbeitet Einzelblätter und Rollen und schneidet automatisch ab. Mit rund einem Meter Breite braucht er allerdings viel Platz. Papier finden Sie in der Kategorie Plotterpapier. Was beim Format A3 zählt, lesen Sie im Beitrag A3-Drucker.
Mobile Drucker
Für unterwegs gibt es kompakte Geräte, oft mit Akku: tragbare Tintenstrahldrucker für A4, Thermodrucker und kleine Fotodrucker mit ZINK-Papier, Thermosublimation oder Sofortbildfilm. Einen Überblick gibt der Beitrag Mobile Drucker für unterwegs.
Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker?
Schwanken Sie zwischen Laser und Tinte, gilt als Faustregel: Ein Laserdrucker passt zu viel Text, großen Mengen und seltenem Drucken, ein Tintenstrahldrucker zu Fotos und Farbe, ein Tintentankdrucker zu viel Farbe. Die ausführliche Entscheidungshilfe mit Tabelle für Büro und Zuhause finden Sie im Beitrag Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker?
Auf diese Kriterien kommt es beim Kauf an
Haben Sie sich für eine Druckerart entschieden, vergleichen Sie die Modelle anhand dieser Punkte im Datenblatt:
| Kriterium | Worauf Sie achten |
|---|---|
| Druckmenge | Wie viele Seiten drucken Sie im Monat? Bei vielen Seiten zählen Geschwindigkeit, Papierkapazität und die Reichweite des Verbrauchsmaterials. |
| Farbe | Genügt Schwarzweiß, etwa für Text und Formulare, oder brauchen Sie Farbe? |
| Auflösung | Hersteller geben sie in dpi an. Vergleichen Sie nur Geräte derselben Druckerart: 300 × 300 dpi mit 256 Abstufungen pro Farbe beim Thermosublimationsdrucker sind etwas anderes als die dpi-Angabe eines Tintenstrahldruckers. Mehr im Beitrag Druckauflösung. |
| Geschwindigkeit | Angabe in Seiten pro Minute. Prüfen Sie, ob der Wert für Schwarzweiß oder Farbe und für ein- oder beidseitigen Druck gilt. |
| Funktionen | Drucken, Scannen, Kopieren, Faxen; für mehrseitige Vorlagen ein automatischer Vorlageneinzug. |
| Verbindung | USB, Netzwerkkabel (LAN) oder WLAN; für das Smartphone eine App des Herstellers oder Apple AirPrint. |
| Beidseitiger Druck | Automatischer Duplexdruck bedruckt beide Seiten, ohne dass Sie das Papier wenden. Mehr im Beitrag Was ist Duplexdruck? |
| Format und Papier | Viele Drucker verarbeiten höchstens A4. Für A3 brauchen Sie ein A3-Gerät, für Pläne einen Großformatdrucker. Prüfen Sie auch, wie viel Papier die Kassette fasst. |
| Verbrauchsmaterial | Patronen, Tintenflaschen, Toner und Trommel, Farbband oder Thermopapier: Was braucht das Gerät, und welche Reichweite nennt der Hersteller? |
Häufige Fragen
Wie viele Druckerarten gibt es?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Nach der Drucktechnik unterscheidet man vor allem vier Gruppen: Tintenstrahldrucker, Laser- und LED-Drucker, Thermodrucker und Nadeldrucker. Dazu kommen Bauformen wie Tintentank-, Multifunktions-, Foto-, Etiketten-, Großformat- und mobile Drucker, die jeweils eine dieser Techniken nutzen.
Welche Druckerart passt zu mir?
Für viel Text und seltenes Drucken passt ein Laserdrucker, für Fotos und Farbe ein Tintenstrahldrucker, für viel Farbe ein Tintentankdrucker. Für Etiketten und Kassenbons gibt es Thermodrucker, für Formulare mit Durchschlägen Nadeldrucker.
Welche Nachteile hat ein Thermodrucker?
Ein Thermodirektdrucker braucht wärmeempfindliches Spezialpapier. Laut Zebra sind die Ausdrucke empfindlich gegenüber Hitze und Licht und können auch durch Abrieb verblassen, für eine lange Aufbewahrung eignen sie sich deshalb nicht. Thermotransferdrucker drucken haltbarer, brauchen dafür aber ein Farbband.
Wofür braucht man einen Nadeldrucker?
Für mehrlagige Formulare mit Durchschlägen und für Endlospapier. Der Epson LQ-690II bedruckt laut Epson Formulare mit einem Original und sechs Kopien. Für Fotos und feine Grafiken sind Nadeldrucker nicht gedacht.
Ist ein Multifunktionsdrucker eine eigene Druckerart?
Nicht im technischen Sinn. Ein Multifunktionsdrucker ist ein Tintenstrahl- oder Laserdrucker mit eingebautem Scanner und Kopierer, manche Modelle faxen zusätzlich. Beim Drucken gelten die Vor- und Nachteile seiner Drucktechnik.
Quellen
- Stiftung Warentest: Drucker im Test – Laser oder Tinte
- Canon: So funktionieren Tintenstrahldrucker (englisch)
- Zebra: Unterschied zwischen Thermodirekt- und Thermotransferdruck (englisch)
- Epson: Nadeldrucker LQ-690II – Produktseite mit technischen Daten
- HP: Technische Daten HP DesignJet T230 24-Zoll-Drucker