7 Minuten Lesezeit

Druckerpatronen mit Chip

Druckerpatronen mit Chip

Der Chip auf einer Druckerpatrone oder Tonerkartusche liefert dem Drucker Informationen zur Patrone, etwa zum Füllstand und dazu, ob sie zum Gerät passt. Bei manchen Modellen speichert er laut Hersteller zusätzlich anonyme Nutzungsdaten. Ob Sie eine Patrone oder einen Toner mit Chip brauchen, hängt von Ihrem Drucker ab.

Wozu hat eine Druckerpatrone einen Chip?

Je nach Modell sitzt auf einer Tintenpatrone oder Tonerkartusche ein kleiner Chip, den der Drucker ausliest. Was darauf gespeichert ist und was der Drucker damit macht, unterscheidet sich nach Hersteller und Modell. Wo der Chip sitzt und wie eine Patrone aufgebaut ist, zeigt der Beitrag Der Aufbau einer Druckerpatrone: Bauteile, Chip und Druckkopf. In Handbüchern und Datenblättern nennen die Hersteller vor allem diese Aufgaben:

Aufgabe Was der Hersteller dazu schreibt Beispiel
Füllstand überwachen Epson: Der IC-Chip überwacht Informationen wie den verbleibenden Tintenfüllstand jeder Patrone. Eine angebrochene Patrone lässt sich deshalb später wieder einsetzen. Epson Expression Home XP-305 mit Patronen der Serie Epson 18
Patrone erkennen HP: Der Drucker meldet, wenn eine Patrone fehlt, beschädigt oder inkompatibel ist, in der falschen Halterung sitzt oder keine neue Original-HP-Patrone ist. HP OfficeJet 6950 mit Patronen HP 903
Nutzungsdaten sammeln HP: Der Speicherchip sammelt klar umgrenzte anonyme Daten, etwa die Zahl der mit der Patrone gedruckten Seiten, die Seitendeckung, die Druckhäufigkeit und die verwendeten Druckmodi. HP OfficeJet 6950
Echtheit prüfen HP: Beim Einsetzen einer Original-HP-Tonerkartusche mit JetIntelligence meldet der Drucker, ob eine echte HP-Kartusche oder eine gebrauchte oder gefälschte Kartusche eingesetzt ist. HP Color LaserJet Pro MFP M277dw mit Toner HP 201A oder HP 201X

Füllstand: Wie genau ist die Anzeige?

HP schreibt, die Warnungen und Hinweise zum Tintenfüllstand seien lediglich Schätzwerte, die der besseren Planung dienen. Wie der Füllstand ermittelt wird, ist unterschiedlich: Bei Epson überwacht der Chip auf der Patrone den Tintenstand. Bei Canon-Druckern der Serie PIXMA TS3100 bestimmt dagegen ein im Drucker eingebauter Tintenstanddetektor den Füllstand. Eine neu eingesetzte FINE-Patrone gilt dabei als voll; bei einer bereits benutzten Patrone ist der angezeigte Stand laut Canon nur ein Anhaltswert.

Setzen Sie eine angebrochene Epson-Patrone wieder ein, verbraucht der Drucker laut Epson unter Umständen etwas Tinte, um die Druckleistung sicherzustellen.

Erkennung: Passt die Patrone zum Drucker?

Im Handbuch der HP OfficeJet 6950 beschreibt HP mehrere Meldungen zur Erkennung: Die Patrone fehlt, ist beschädigt, inkompatibel oder sitzt in der falschen Halterung. Eine Patrone älterer Generation eignet sich nicht für den Drucker. Ist die eingesetzte Patrone keine neue Original-HP-Patrone, zeigt der Drucker einen Hinweis an; laut Handbuch lässt sich die Patrone danach weiter verwenden. Was Sie bei solchen Meldungen tun können, erklärt der Beitrag HP-Druckerpatrone wird nicht erkannt.

Nutzungsdaten: Was speichert der Chip noch?

Laut HP erleichtert der Speicherchip in den Patronen der HP OfficeJet 6950 den Betrieb des Druckers und sammelt anonyme Daten zur Nutzung: die Zahl der mit der Patrone gedruckten Seiten, die Seitendeckung, die Druckhäufigkeit und die verwendeten Druckmodi. Informationen, mit denen sich Kunden oder ihr Drucker ermitteln lassen, enthalten die Daten nach HP-Angaben nicht. HP liest Stichproben von Chips aus zurückgegebenen Patronen aus, um künftige Drucker zu verbessern. Wer das nicht möchte, kann laut HP das Sammeln der Nutzungsdaten in den Druckereinstellungen ausschalten; die Patrone lässt sich danach weiter verwenden.

Toner mit oder ohne Chip: Welchen brauchen Sie?

Das entscheidet Ihr Laserdrucker. Hat die Originalkartusche Ihres Druckers einen Chip, den das Gerät ausliest, sollte auch die Ersatzkartusche einen passenden Chip haben. Kartuschen ohne Chip sind für Geräte gedacht, die keinen verlangen. Bei Original-HP-Tonerkartuschen mit JetIntelligence nutzt der Drucker laut HP Informationen der Kartusche, um ihre Restlaufzeit zu schätzen und ihre Echtheit zu prüfen. So finden Sie die passende Kartusche:

  1. Suchen Sie die Seite Ihres Druckermodells, zum Beispiel des HP Color LaserJet Pro MFP M277dw.
  2. Notieren Sie die Originalserie, beim M277dw HP 201A oder HP 201X.
  3. Prüfen Sie in der Produktbeschreibung, ob die Kartusche einen Chip hat und ob Ihr Druckermodell ausdrücklich genannt ist.
  4. Achten Sie auf die Angabe, ob der Drucker mit dieser Kartusche den Füllstand anzeigt.
  5. Setzen Sie die Kartusche ein und drucken Sie eine Testseite.

Ob ein Drucker Kartuschen mit dem Chip eines anderen Herstellers annimmt, legt der Druckerhersteller fest. Für einige Modelle, etwa die HP LaserJet Enterprise M611dn, schreibt HP im Datenblatt: Der Drucker ist nur für Patronen mit einem neuen oder wiederverwendeten HP-Chip vorgesehen. Patronen mit einem Chip, der nicht von HP stammt, blockiert er mit sogenannten dynamischen Sicherheitsmaßnahmen, und regelmäßige Firmware-Updates blockieren laut HP auch Patronen, die zuvor funktioniert haben. Ein wiederverwendeter HP-Chip ermöglicht laut HP wiederaufbereitete und wiederbefüllte Patronen. Was für Ihr Gerät gilt, steht im Datenblatt des Druckers.

Alle Kartuschen finden Sie in der Kategorie Toner, nach Hersteller sortiert zum Beispiel unter HP-Toner.

Was zeigt der Drucker bei nachgefüllten oder kompatiblen Patronen an?

Laut HP kann die Anzeige des Tintenfüllstands ungenau sein oder fehlen, wenn Sie eine wiederbefüllte oder wiederaufgearbeitete Patrone einsetzen oder eine, die schon in einem anderen Gerät benutzt wurde. Epson schreibt für die Expression Home XP-202 bis XP-405, dass bei Tinte von Drittanbietern keine Füllstandsinformationen angezeigt werden. Behalten Sie dann das Druckbild im Blick und halten Sie eine Ersatzpatrone bereit.

Kompatible Patronen für Drucker, die einen Chip auslesen, werden mit einem eigenen Chip angeboten. Wiederaufbereitete Patronen für HP-Drucker können laut HP auch einen wiederverwendeten HP-Chip haben. Achten Sie in der Produktbeschreibung auf die Angabe, ob der Drucker mit der Patrone den Füllstand anzeigt. Was nachgefüllte, wiederaufbereitete und kompatible Patronen unterscheidet, erklären die Beiträge Kompatible Druckerpatronen und Refill-Patronen und Refill-Toner.

Was ist HP JetIntelligence?

JetIntelligence ist laut HP ein Paket aus fünf Funktionen in Original-HP-Tonerkartuschen für Schwarzweiß- und Farb-LaserJets. HP bietet es seit November 2015 an. Nach HP-Angaben gehören dazu:

  • Eigene Tonerrezepturen: etwa ColorSphere 3 für Farb-LaserJets und ein schwarzer Präzisionstoner für Schwarzweiß-LaserJets. Die Tonerteilchen von ColorSphere 3 haben laut HP eine harte Schale und einen weichen Kern.
  • Seitenmaximierung (Page Maximizer): steuert laut HP den Tonerverbrauch und die Leistung der Kartusche.
  • Füllstandsmessung (Print Gauge): schätzt die Restlaufzeit der Kartusche aus Daten wie den Umdrehungen von Bauteilen, dem verbrauchten Toner sowie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit.
  • Automatische Siegelentfernung: Das Schutzband im Inneren, das den Toner bei Transport und Handhabung an seinem Platz hält, wird beim Einsetzen automatisch entfernt.
  • Fälschungsschutz (Anti-Fraud): Beim Einsetzen meldet der Drucker, ob eine echte HP-Kartusche oder eine gebrauchte oder gefälschte Kartusche eingesetzt ist.

Die Meldung „gebraucht oder gefälscht“ bedeutet nicht automatisch eine Fälschung. Als gefälscht gilt laut HP eine Kartusche, die so verpackt ist, dass sie wie ein Original aussieht. Stammt sie aus der Verpackung eines Wiederaufbereiters oder einer anderen Marke, handelt es sich laut HP wahrscheinlich nicht um eine Fälschung.

Zwei weitere Funktionen sind laut HP ab Werk ausgeschaltet. Sie lassen sich am Drucker oder über die Verwaltungssoftware HP Web Jetadmin einschalten: einen Diebstahlschutz, der eine Kartusche an einen bestimmten Drucker oder eine Druckerflotte bindet, und eine Einstellung, die nur Original-HP-Kartuschen zulässt.

Ein Beispiel sind die HP Color LaserJet Pro M252 und MFP M277. Sie nutzen Tonerkartuschen der Serien HP 201A und HP 201X, die HP als Kartuschen mit JetIntelligence bezeichnet. Ihre Reichweite gibt HP nach der Norm ISO/IEC 19798 an. Was hinter solchen Seitenangaben steckt, erklärt der Beitrag Was bedeutet die 5-Prozent-Deckung beim Drucken?

Häufige Fragen

Toner mit oder ohne Chip: Welchen brauche ich?

Das legt Ihr Laserdrucker fest. Hat die Originalkartusche einen Chip, den der Drucker ausliest, sollte auch die Ersatzkartusche einen passenden Chip haben. Ob eine Kartusche einen Chip hat und zu Ihrem Modell passt, steht in der Produktbeschreibung.

Was bedeutet „Toner mit Chip“?

Die Tonerkartusche trägt einen kleinen Chip, den der Drucker ausliest. Bei Original-HP-Tonerkartuschen mit JetIntelligence nutzt der Drucker laut HP Informationen der Kartusche, um die Restlaufzeit zu schätzen und die Echtheit zu prüfen. Auch kompatible Kartuschen gibt es mit Chip.

Gibt es Tintenpatronen ohne Chip?

Ja, je nach Drucker. Liest Ihr Drucker einen Chip aus, sollte auch die Ersatzpatrone einen passenden haben. Ob eine Patrone einen Chip hat, steht in der Produktbeschreibung.

Kann ich HP-Toner ohne HP-Chip verwenden?

Das hängt vom Druckermodell ab. Manche HP-Drucker sind laut Datenblatt nur für Patronen mit einem neuen oder wiederverwendeten HP-Chip vorgesehen. Welche Regel für Ihr Gerät gilt, steht im Datenblatt des Druckers.

Sind alle Tintenpatronen gleich?

Nein. Patronen unterscheiden sich je nach Druckermodell in Bauart, Füllmenge und Chip: Manche haben den Druckkopf eingebaut, manche einen Chip, der etwa den Füllstand überwacht. Passend ist nur die Patronenserie, die für Ihr Druckermodell vorgesehen ist.

Quellen