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Was Sie beim Bedrucken von Folien beachten sollten

Was Sie beim Bedrucken von Folien beachten sollten

Folie bedrucken können Sie mit einem Tintenstrahl- oder Laserdrucker, wenn die Folie zum Druckverfahren passt. Tintenstrahlfolie hat eine beschichtete Seite, die die Tinte aufnimmt. Laserfolie muss die Hitze der Fixiereinheit aushalten. Wählen Sie im Druckertreiber die Papiersorte „Transparentfolie“ und lassen Sie Tintendrucke trocknen, bevor Sie sie stapeln.

Welche Folie brauche ich für meinen Drucker?

Entscheidend ist das Druckverfahren. Ein Tintenstrahldrucker bringt flüssige Tinte auf das Material. Inkjet-Folie hat deshalb eine Beschichtung, die die Tinte aufnimmt. Ein Laserdrucker fixiert Tonerpulver mit Hitze und Druck. Für den HP LaserJet 1022 nennt HP zum Beispiel eine Höchsttemperatur von 200 °C für eine Zehntelsekunde. Laserfolie ist für solche Temperaturen ausgelegt, Inkjet-Folie nicht. Das gilt für alle Marken, ob HP, Canon, Epson, Brother oder Kyocera.

Folienart Tintenstrahldrucker Laserdrucker Worauf Sie achten sollten
Transparentfolie (Overhead- oder Klarsichtfolie) Inkjet-Folie mit beschichteter Druckseite Laserfolie, die die Fixiertemperatur aushält Druckverfahren auf der Packung prüfen; nie Inkjet-Folie in den Laserdrucker legen
Selbstklebende Folie (Folienetiketten, bedruckbare Vinyl- oder Stickerfolie) Variante „für Inkjet“ Variante „für Laser“ Beim Laserdruck muss auch der Klebstoff die Hitze vertragen
Transferfolie zum Aufbügeln je nach Produkt je nach Produkt Anleitung des Folienherstellers befolgen, etwa ob spiegelverkehrt gedruckt wird
Farbige Plotterfolie nicht zum Bedrucken gedacht nicht zum Bedrucken gedacht Schriftzüge daraus schneidet ein Schneideplotter aus

Beachten Sie außerdem: Übliche Drucker für Büro und Zuhause drucken mit Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, aber nicht mit Weiß. Weiße Bereiche eines Motivs bleiben auf transparenter Folie daher durchsichtig. In den Handbüchern aktueller Geräte ist Folie zudem nicht immer als Druckmedium aufgeführt. Prüfen Sie deshalb zuerst in der Liste der unterstützten Medien, ob Ihr Modell Folie verarbeitet.

Spezialfolien wie Folienrollen für Heißfoliengeräte von Brother finden Sie im Prindo-Shop unter Folien. Wie Sie Aufkleber auf Etikettenbogen gestalten, zeigt der Beitrag Aufkleber gestalten und drucken.

Warum braucht der Laserdrucker spezielle Folie?

Im Laserdrucker läuft die Folie durch die Fixiereinheit. Material, das dafür nicht ausgelegt ist, kann sich verformen oder schmelzen. HP schreibt im Handbuch des LaserJet 1022 ausdrücklich, dass Transparentfolien für Tintenstrahldrucker oder andere Niedrigtemperaturdrucker nicht verwendet werden dürfen. Brother warnt, dass ungeeignete Transparentfolien den Drucker beschädigen können. Für den Farblaserdrucker HL-4000CN rät Brother außerdem von Vollfarb-Transparentfolien ab, weil sie die Fixiereinheit beschädigen können.

Wichtig ist auch die richtige Papiersorte im Treiber. Laut HP passt der Drucker die Fixiertemperatur an den eingestellten Medientyp an. Ist „Transparentfolie“ gewählt, verhindert das, dass die Fixiereinheit die Folie auf dem Weg durch den Drucker beschädigt.

Welche Seite der Folie wird bedruckt?

Bedruckt wird die beschichtete Seite. Sie fühlt sich leicht rau oder matt an, die andere Seite ist glatt. Auch beim Laserdrucker spricht HP von der „zu bedruckenden (rauen) Seite“. Wie herum die Folie ins Fach gehört, hängt vom Papierweg des Druckers ab. Zwei Beispiele aus HP-Handbüchern:

  • HP Officejet Pro 8000 (Tintenstrahl): raue Seite nach unten, Klebestreifen zur Rückseite des Geräts.
  • HP LaserJet 1022: obere Kante nach vorne, zu bedruckende (raue) Seite nach oben.

Die Angaben widersprechen sich nicht: Der eine Drucker bedruckt die Unterseite des eingelegten Blatts, der andere die Oberseite. Welche Seite Ihr Modell bedruckt, steht im Handbuch – oder Sie finden es mit dem Praxistipp heraus.

Welche Druckeinstellungen wähle ich für Folie?

  1. Prüfen Sie im Handbuch, ob Ihr Drucker Folie unterstützt und über welches Fach sie eingelegt wird: Papierfach, Mehrzweckfach oder manuelle Zufuhr.
  2. Verwenden Sie nur flache, saubere und unbeschädigte Folien und fassen Sie sie möglichst nur am Rand an.
  3. Fächern Sie die Folien vor dem Einlegen auf, damit sie nicht aneinanderhaften, und legen Sie nur wenige ein. Brother nennt für den HL-5030 höchstens zehn Folien im Papierfach.
  4. Schieben Sie die Papierführungen an die Folie heran.
  5. Öffnen Sie im Druckdialog die Druckeinstellungen (je nach Programm „Eigenschaften“ oder „Einstellungen“) und wählen Sie als Papiersorte bzw. Medientyp „Transparentfolie“. Nutzen Sie die manuelle Zufuhr, stellen Sie sie auch als Papierquelle ein.
  6. Schalten Sie den beidseitigen Druck (Duplex) aus.
  7. Drucken Sie und nehmen Sie jede Folie gleich aus dem Ausgabefach.

Bei Laserdruckern mit manueller Zufuhr und hinterem Ausgabefach läuft die Folie auf einem geraden Weg durch das Gerät. Brother beschreibt diesen Weg für den HL-5030: Folie mit beiden Händen einlegen, bis der Drucker sie einzieht, und nach jeder bedruckten Folie die nächste nachlegen.

Wie lange muss bedruckte Folie trocknen?

Tinte braucht auf Folie Zeit zum Trocknen. HP rät, nach dem Drucken jedes Blatt einzeln zu entnehmen und zum Trocknen beiseitezulegen. Werden feuchte Drucke gestapelt, kann die Tinte verwischen. Wie lange das Trocknen dauert, hängt von Folie, Tinte und Motiv ab. Richten Sie sich nach der Angabe auf der Folienpackung und prüfen Sie am Rand vorsichtig, ob die Tinte fest ist.

Toner ist nach dem Laserdruck bereits fixiert, die Folie muss also nicht trocknen. Sie kommt aber heiß aus dem Gerät: Brother warnt ausdrücklich davor, frisch gedruckte Transparentfolien zu berühren. Lassen Sie sie kurz abkühlen. Brother rät außerdem, jede Folie sofort aus dem Ausgabefach zu nehmen, weil sich gestapelte Folien statisch aufladen und Staus verursachen können.

Wann sollte ich Folie drucken lassen?

Ein Bürodrucker kommt bei Folie an Grenzen: Er druckt kein Weiß, nur bis zu seinem maximalen Papierformat und kann keine Formen ausschneiden. Für große Formate, weiß hinterlegte Motive auf transparenter Folie, Aufkleber in großer Stückzahl oder Schriftzüge aus farbiger Folie sind Copyshops, Druckereien und Werbetechnik-Betriebe die passenden Ansprechpartner. Für einzelne Overhead-Folien, Schablonen oder kleine Aufkleber reicht der eigene Drucker.

Mehr zu Papier und Druckverfahren lesen Sie in den Beiträgen Druckerpapiere erklärt und Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker fürs Büro?

Häufige Fragen

Kann ich mit einem normalen Drucker Folie bedrucken?

Ja, wenn Ihr Modell Folie als Druckmedium unterstützt und die Folie zum Druckverfahren passt: Inkjet-Folie für Tintenstrahldrucker, Laserfolie für Laserdrucker. Dazu kommen die Papiersorte „Transparentfolie“ im Treiber und ausreichend Tinte bzw. Toner.

Kann ich Folie mit dem Laserdrucker bedrucken?

Ja, aber nur Folie, die ausdrücklich für Laserdrucker geeignet ist. Sie muss die Temperatur der Fixiereinheit aushalten. Folie für Tintenstrahldrucker kann den Laserdrucker beschädigen; HP und Brother warnen davor in ihren Handbüchern.

Kann ich transparente Folie weiß bedrucken?

Mit einem üblichen Bürodrucker nicht. Er druckt mit Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz; Weiß entsteht auf Papier nur durch das unbedruckte Papier. Auf transparenter Folie bleiben weiße Bereiche deshalb durchsichtig. Weißdruck bieten Druckereien an.

Kann ich Klebefolie oder Vinylfolie bedrucken?

Ja, wenn die Folie als bedruckbar gekennzeichnet ist und zu Ihrem Druckverfahren passt. Beim Laserdruck muss auch der Klebstoff die Hitze aushalten: Laut HP sollte er beim LaserJet 1022 bei 200 °C beständig sein. Farbige Plotterfolie ist dagegen zum Schneiden gedacht, nicht zum Bedrucken.

Ist bedruckte Folie wasserfest?

Das hängt von Folie, Tinte und Toner ab. Tintendrucke können verwischen, solange sie nicht trocken sind. Ob ein trockener Druck wasser- oder wetterfest ist, steht in den Angaben des Folienherstellers.

Quellen