Die Druckkosten pro Seite berechnen Sie so: Preis der Patrone oder des Toners geteilt durch die Reichweite in Seiten. Die Reichweite gibt der Hersteller nach ISO-Norm an. Für eine Farbseite addieren Sie die Seitenkosten aller beteiligten Patronen. Papier und bei Laserdruckern gegebenenfalls die Bildtrommel kommen hinzu.
Wie berechnet man die Druckkosten pro Seite?
Die Grundformel lautet: Kosten pro Seite = Preis der Patrone ÷ Reichweite in Seiten. Canon beschreibt die Kosten pro Seite genau so, als Quotient aus den Kosten der Tintenpatrone und der Druckleistung. Die Reichweite nennt der Hersteller in seinen Angaben zur Patrone oder zum Drucker.
Wichtig ist, dass Sie Preis und Reichweite derselben Patrone verwenden. Vergleichen Sie zum Beispiel eine Standard- und eine XL-Patrone, rechnen Sie beide getrennt durch. Was XL bedeutet, erklärt der Beitrag XL-Patronen: Lohnt sich XL?
Was bedeutet die Reichweite nach ISO-Norm?
Damit Reichweiten vergleichbar sind, messen die Hersteller nach internationalen Normen: ISO/IEC 24711 für Tintenpatronen von Farbtintenstrahldruckern, ISO/IEC 19752 für Tonerkartuschen von Schwarzweiß-Laserdruckern und ISO/IEC 19798 für Farbtoner. Beim Tintentest druckt das Gerät laut Epson fortlaufend fünf genormte Testseiten nach ISO/IEC 24712 auf Normalpapier im Standardmodus, bis die Patrone leer ist.
Die Normen messen nur die Reichweite. ISO/IEC 19798 hält ausdrücklich fest, dass sie die Kosten pro Seite nicht direkt misst. Die rechnen Sie selbst aus. Was es mit der oft genannten Seitendeckung auf sich hat, erklärt der Beitrag Was bedeutet die 5-Prozent-Deckung beim Drucken?
Druckkosten pro Seite für Schwarzweiß, Farbe und Laser
So setzen Sie die Formel je nach Drucker und Druckart an:
| Druckart | So rechnen Sie | Norm für die Reichweite |
|---|---|---|
| Schwarzweiß, Tintenstrahldrucker | Preis Schwarzpatrone ÷ Reichweite | ISO/IEC 24711 |
| Farbe, Tintenstrahl mit Einzelpatronen | Preis ÷ Reichweite für jede Patrone (Schwarz, Cyan, Magenta, Gelb), Ergebnisse addieren | ISO/IEC 24711 |
| Farbe, Tintenstrahl mit Dreifarbpatrone | (Preis Farbpatrone ÷ Reichweite) + (Preis Schwarzpatrone ÷ Reichweite) | ISO/IEC 24711 |
| Schwarzweiß, Laserdrucker | Preis Toner ÷ Reichweite, bei separater Trommel zusätzlich Preis Trommel ÷ Lebensdauer in Seiten | ISO/IEC 19752 (Toner) |
| Farbe, Laserdrucker | Seitenkosten aller vier Toner addieren, dazu gegebenenfalls Trommel und Resttonerbehälter | ISO/IEC 19798 (Toner) |
| Papier | Preis des Pakets ÷ Anzahl Blatt | keine |
Ob Ihr Laserdrucker eine eigene Trommel hat, steht im Handbuch. Bei HP LaserJet-Geräten wie dem LaserJet Pro M404 sitzt die Bildtrommel in der Tonerkartusche. Bei anderen Geräten ist sie ein eigenes Teil, mehr dazu im Beitrag Fotoleitertrommel für Ihren Laserdrucker. Ersatz finden Sie unter Toner und Bildtrommeln.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten
Die folgenden Zahlen sind frei angenommen und gehören zu keinem bestimmten Produkt. Sie zeigen nur den Rechenweg. Preise stehen hier in neutralen Geldeinheiten (GE).
- Schwarzweiß: Eine schwarze Patrone kostet angenommen 20 GE und reicht angenommen für 400 Seiten. Kosten pro Seite: 20 GE ÷ 400 = 0,05 GE.
- Farbe: Drei Farbpatronen (Cyan, Magenta, Gelb) kosten angenommen je 12 GE und reichen je für 300 Seiten. Das ergibt je Farbe 12 GE ÷ 300 = 0,04 GE. Eine Farbseite kostet also 0,05 GE + 3 × 0,04 GE = 0,17 GE.
- Laser mit separater Trommel: Ein Toner kostet angenommen 60 GE bei 3.000 Seiten Reichweite, die Trommel angenommen 40 GE bei 12.000 Seiten Lebensdauer. Kosten pro Seite: 60 GE ÷ 3.000 + 40 GE ÷ 12.000 = 0,02 GE + rund 0,003 GE = rund 0,023 GE.
Setzen Sie für Ihren Drucker die tatsächlichen Preise und die Herstellerangaben zur Reichweite ein. Dann sehen Sie zum Beispiel, ob sich bei Ihrer Serie die XL-Variante rechnet.
Warum weichen Ihre tatsächlichen Kosten ab?
- Inhalt und Einstellungen: Laut Canon hängen die Ergebnisse vom Inhalt der gedruckten Seiten, den Druckereinstellungen und den Umgebungsbedingungen ab. Viele Fotos oder Farbflächen verbrauchen mehr Tinte, als die Normseiten vorsehen.
- Wartung: Tinte wird auch für die Initialisierung und die Druckkopfwartung verbraucht, schreibt HP. Epson nennt geplante Reinigungszyklen, die Tinte kosten.
- Resttinte: Nach dem Verbrauch bleibt etwas Tinte in der Patrone. Laut Epson verhindert sie, dass Luft in die Düsen gelangt.
- Lange Druckpausen: Trocknet Tinte ein, kosten zusätzliche Reinigungen Tinte. Was dann hilft, steht in Druckerpatrone eingetrocknet: Was tun?
Wie senken Sie die Kosten pro Seite?
Rechnen Sie Standard- und XL-Patrone Ihrer Serie mit der Formel durch und wählen Sie die Variante, die Sie auch aufbrauchen. Drucken Sie beidseitig, teilen sich zwei Seiten ein Blatt Papier; wie das geht, zeigt Was ist Duplexdruck?. Planen Sie einen neuen Drucker, beziehen Sie die Folgekosten ein, etwa mit Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker fürs Büro? und Tintentankdrucker: Vor- und Nachteile. Weitere Tipps finden Sie in Druckkosten senken.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Druckkosten pro Seite für Farbe?
Berechnen Sie für jede beteiligte Patrone Preis ÷ Reichweite und addieren Sie die Ergebnisse. Bei Einzelpatronen sind das Schwarz, Cyan, Magenta und Gelb, bei einer Dreifarbpatrone die Farbpatrone plus die schwarze Patrone.
Wie berechne ich die Druckkosten pro Seite beim Laserdrucker?
Teilen Sie den Tonerpreis durch die Reichweite nach ISO/IEC 19752 (Schwarzweiß) oder ISO/IEC 19798 (Farbe). Hat Ihr Gerät eine separate Bildtrommel, addieren Sie deren Preis geteilt durch ihre Lebensdauer in Seiten.
Wo finde ich die Reichweite meiner Patrone?
In den Angaben des Herstellers. Canon verweist auf die Spezifikationen auf den Produktseiten der Drucker, Epson und HP verweisen in ihren Handbüchern auf eigene Webseiten zur Ergiebigkeit ihrer Patronen.
Gehört das Papier zu den Druckkosten?
Ja. Teilen Sie den Preis eines Papierpakets durch die Zahl der Blätter und addieren Sie den Wert zu den Kosten für Tinte oder Toner. Beim beidseitigen Druck verteilen sich die Papierkosten auf zwei Seiten.